Projektdauer:
01. Juli 2011 bis 30. Juni 2013

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ORIMA

Bessere Kommunikation und Information im Alarmfall

Gewalt- und Amoksituationen an Schulen sind seit der jüngeren Vergangenheit Herausforderungen, denen sich die Gesellschaft, insbesondere Schüler, Lehrer und Eltern sowie Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) stellen müssen. Im Bereich der Prävention und der Nachsorge solcher Situationen existieren geeignete Strategien und Lösungen, die bereits Anwendung finden. Für die Bewältigung akuter Gewalt- und Amoksituationen, in denen die Polizei noch nicht vor Ort ist, besteht jedoch ein Mangel an einheitlichen Handlungsempfehlungen und Hilfsmaßnahmen für die Betroffenen.

Im Projekt ORIMA wurde eine technische Lösung erforscht, die eine bisher nicht existierende Kombination aus Alarm-, Kommunikations- und Benachrichtigungssystem darstellt und die bessere Bewältigung einer akuten Gewalt- oder Amoksituation auf dem Schulgelände ermöglichen soll. Das technische Gesamtsystem sollte in der Lage sein, die Betroffenen (insbesondere Schüler und Lehrer) sowie Polizei und Rettungskräfte schnell, detailliert und zuverlässig zu informieren. Gegebenenfalls kann mit weiteren Personen (zum Beispiel Eltern und Schulpsychologen) kommuniziert werden. Es können geeignete Maßnahmen eingeleitet und schnell Handlungsanleitungen an die Betroffenen weitergegeben werden..

Um diese Ziele zu erreichen, mussten verschiedene technische Möglichkeiten und ihre Kombinationsfähigkeit in Erwägung gezogen und untersucht werden. Schwerpunkte der Erforschung eines geeigneten Systems bildeten beispielsweise die Art der Alarmierung (durch Alarmtaster oder durch Anruf), leistungsfähige Konferenzschaltungen zwischen Schülern, Lehrern, Einsatzkräften sowie Eltern und ggf. Schulpsychologen, eine interaktive Vermittlung von Notfallplänen an die Betroffenen und von Informationen an die Einsatzkräfte schon während der Fahrt zum Schulgelände sowie die Integration von Smartphones, Tablet-PCs, Lautsprechern und Telefonen in das Gesamtsystem.

Eine intuitive Bedienbarkeit des Systems muss auch während einer Stresssituation möglich sein. Um dies zu gewährleisten, wurden entsprechende Tests und eine Evaluierung des Gesamtsystems durch ein Gremium u.a. aus Lehrern, Schülern, Eltern und Polizei durchgeführt. Die Anwenderorientierung wurde unter anderem dadurch sichergestellt, dass eine öffentliche Schule und ein Schulamt im Projekt mitarbeiteten. Aspekte des Datenschutzes und die Untersuchung allgemeiner rechtlicher Grundlagen waren ebenfalls Bestandteil des Projekts.

Das Gesamtsystem wird nach dem Ende des Projektes zur Marktreife weiter entwickelt und den Schulträgern kommerziell zur Verfügung gestellt. Als weitere Interessenten kommen auch andere Träger von öffentlichen Einrichtungen in Frage oder Unternehmen mit einem hohen Sicherheitsbedarf (z.B. Chemie-Unternehmen).